Deutsche Börse AG und NYSE Euronext vereinbaren Zusammenschluss zur weltweit führenden Börsenorganisation…
- Schaffung des globalen Marktführers im Derivatehandel und Risiko-Management sowie des weltweit führenden Börsenplatzes für Kapitalbeschaffung.
- Gemeinsames Unternehmen bietet Kunden globale Reichweite, Produktinnovationen, operationale Effizienz, Kapitaleffizienz sowie eine erweiterte Bandbreite an Technologie- und Marktinformationslösungen.
- Neues Unternehmen mit zwei Hauptverwaltungen in New York und Frankfurt; juristischer Sitz in Amsterdam.
- Geschäftsbereiche, Infrastruktur und Führungskräfte des Unternehmens sitzen auch in Paris, London und Luxemburg sowie an weiteren Standorten.
- Kostensynergien von 300 Mio. EUR (400 Mio. US-Dollar) und erhebliche Umsatzsteigerung erwartet.
- Eigentümerstruktur: 60% Deutsche Börse-Aktionäre, 40% NYSE Euronext-Aktionäre auf völlig verwässerter Basis.
- Je eine Aktie der Deutschen Börse wird in eine Aktie des neuen Unternehmens getauscht; je eine Aktie der NYSE Euronext wird in 0,4700 Aktien des neuen Unternehmens getauscht.
Deutsche Börse AG (XETRA: DB1) und NYSE Euronext (NYSE:NYX) haben heute nach Zustimmung ihrer jeweiligen Aufsichtsräte bekannt gegeben, dass sie eine Vereinbarung über einen Unternehmenszusammenschluss unterzeichnet haben. Durch diesen Zusammenschluss wird die weltweit führende Börsenorganisation entstehen. Das neue Unternehmen wird globaler Marktführer im Derivatehandel und Risiko-Management sowie der bekannteste und größte Börsenplatz für Aktienplatzierungen und Aktienhandel sein. Die neue Börsenorganisation wird ihren Kunden globale Reichweite, innovative Produkte, operationale Effizienz, Kapitaleffizienz sowie eine erweiterte Bandbreite an Technologie- und Marktinformationslösungen bieten.
Die Transaktion wird Frankfurt und New York als bedeutende Finanzzentren stärken, die wichtige Rolle anderer Standorte inklusive Paris, London sowie Luxemburg bleibt erhalten. Jede nationale Börse des neuen Unternehmens, inklusive denen in Amsterdam, Brüssel und Lissabon, wird ihren Namen in ihrem jeweiligen Markt behalten und auch weiterhin unter der lokalen Regulierung und Aufsicht operieren. Das neue Unternehmen wird in allen Märkten eng mit den Regulatoren zusammenarbeiten, um Transparenz und Standardisierung der globalen Kapitalmärkte zu erleichtern.
Mit einem gemeinsamen Umsatz von 4,1 Mrd. Euro*1) (5,4 Mrd. US-Dollar) und einem EBITDA von 2,1 Mrd. Euro (2,7 Mrd. US-Dollar) jeweils auf Basis des Jahres 2010, wird die neue Gruppe gemessen an Umsatz und EBITDA das größte Börsenunternehmen der Welt sein. Auf Basis der Umsätze des Jahres 2010 wird das gemeinsame Unternehmen 37% seiner Erlöse im Handel und Clearing von Derivaten, 29% im Kassamarkt (Börsennotierungen, Handel und Clearing), 20% im Bereich Abwicklung und Verwahrung sowie 14% im Geschäft mit Marktdaten, Indizes und IT-Dienstleistungen generieren.
Reto Francioni, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, sagte: „Dieser Zusammenschluss wird erheblichen Wert für alle Stakeholder schaffen. Mit der Transaktion führen wir zwei der weltweit renommiertesten und erfolgreichsten Börsenbetreiber unter einem Dach zusammen. Damit werden wir die globalen Kapitalmärkte künftig anführen und in puncto Wachstum, Qualität und Marktabdeckung neue Maßstäbe setzen. Der Zusammenschluss ist für alle unsere Kundengruppen sinnvoll. Die Aktionäre beider Unternehmen werden von den einmaligen Wachstumsmöglichkeiten und Synergieeffekten profitieren. Unsere Kunden erhalten dadurch einen in dieser Form bislang nicht dagewesenen Zugang zu Märkten, Produkten, Informationen, weltweit führender Technologie sowie Clearing- und Settlement-Dienstleistungen, und zwar global und rund um die Uhr. Aus regulatorischer Sicht haben wir uns verpflichtet, auch in Zukunft die weltweit transparenteste und am besten regulierte Handelsplattform zu bleiben.“
Francioni fügte hinzu: „Durch den Zusammenschluss wird das Unternehmen optimal positioniert für einzigartige Wachstumschancen in einer Zeit, in der Kunden mehr Transparenz, stärkeres Vertrauen in Preisbildung und Top-Qualität bei der Ausführung suchen. Zudem glauben wir, dass das gemeinsame Unternehmen ein sehr attraktiver Partner für die Kapitalmärkte im Raum Asien-Pazifik und in anderen Teilen der Welt sein wird.“
Duncan Niederauer, Vorstandsvorsitzender der NYSE Euronext, sagte: „Reto [Francioni] und ich haben uns verpflichtet, die Stärken unser beiden Organisationen zusammenzubringen, um die bedeutendste Börsenorganisation und einen Vorreiter in der sich schnell verändernden globalen Finanzlandschaft zu schaffen. Die Transaktion unterstützt die Entwicklung einer globalen Kapitalmarkt-Gemeinschaft, indem sie Kunden und Emittenten den besten, transparentesten und innovativsten Service bietet, wo immer sich diese auf der Welt auch befinden. Unsere jeweiligen Aktionäre profitieren darüber hinaus von einem deutlich erweiterten Wachstumsprofil; der Gelegenheit, signifikante Kostensynergien zu heben; einer beispiellosen Cash-Flow Generierung und sehr starken Kreditkennzahlen.“
Niederauer weiter: „Angesichts der fortschreitenden Globalisierung und Vernetzung der Kapitalmärkte sowie der steigenden Präsenz alternativer Handelsplattformen, die weniger transparent arbeiten und deutlich weniger aufsichtsrechtlichen Bestimmungen unterliegen, entsteht mit dem neuen Unternehmen ein echter „Global Player“, der sehr gut aufgestellt ist, um die langfristige Stärke und Wettbewerbsfähigkeit transparenter und regulierter Märkte voranzutreiben.“
Partnerschaft bei Führungsstruktur und Standortpolitik
Das Unternehmen wird zwei Zentralen haben, in dem neu errichten Green Tower der Deutschen Börse in der Nähe von Frankfurt und in New York, 11 Wall Street, der Heimat des berühmten Handelssaals der New York Stock Exchange. Gleichzeitig wird das Unternehmen die Vorteile der bestehenden globalen Arbeitsabläufe nutzen. Das Unternehmen wird von einem aus 17 Mitgliedern bestehenden, einheitlichen Verwaltungsorgan geführt: Dieses setzt sich aus 15 Directors sowie dem Chairman und CEO zusammen. Neun der 15 unabhängigen Directors werden von der Deutsche Börse AG bestimmt und sechs von der NYSE Euronext. Als Chairman wird Reto Francioni fungieren, der zusätzlich für die Unternehmensstrategie und die weltweite Vertretung der Gesellschaft nach außen zuständig ist. Duncan Niederauer wird Vorstandsvorsitzender (CEO) und leitet das Executive Committee, das sich zu gleichen Teilen aus heutigen Vorständen der Deutsche Börse AG und der NYSE Euronext zusammensetzt.
Die vier Vorstände der NYSE Euronext sind Duncan Niederauer als CEO mit Sitz in New York, Dominique Cerutti als Leiter Technology Services & IT mit Sitz in Paris, Lawrence Leibowitz als Leiter Cash Trading and Listings und John Halvey
als General Counsel, beide mit Sitz in New York. Von der Deutsche Börse AG kommen Andreas Preuss als Leiter des Derivate-Geschäftes mit Sitz in Frankfurt, Jeffrey Tessler als Leiter Settlement & Custody mit Sitz in Luxemburg, Frank
Gerstenschläger als Leiter Market Data & Analytics und Gregor Pottmeyer als Finanzvorstand des gemeinsamen Unternehmens, beide mit Sitz in Frankfurt.
Andreas Preuss übernimmt die Funktionen eines Presidents und des stellvertretenden CEO. Dominique Cerutti wird die Funktion eines President einnehmen und Lawrence Leibowitz wird Chief Operating Officer (COO).
Mehrwert für unsere Aktionäre
Der Zusammenschluss birgt jährliche Synergiepotenziale in Höhe von rund 300 Mio. Euro (400 Mio. US-Dollar) im Kostenbereich, vorwiegend in den Bereichen IT, Clearing und Market Operations sowie in der Verwaltung und den
Support-Funktionen. Das Unternehmen wird seinen Mitarbeitern sehr attraktive Entwicklungsperspektiven in allen Märkten und Regionen bieten. Darüber hinaus wird erwartet, dass der Zusammenschluss zu jährlichen Umsatzsynergien von
mindestens 100 Mio. EUR (133 Mio. US-Dollar) führen wird. Diese werden durch Cross-Selling- und Vertriebs-Möglichkeiten, steigende Umsätze dank des gemeinsamen Liquiditätspools, neue Produkte, die progressive Einführung der
Clearing-Kapazitäten der Deutsche Börse AG sowie dem erweiterten Spielraum für Angebote bei Technologie-Dienstleistungen und Marktdaten erreicht.
Das jährliche Potenzial der Kostensynergien soll zu 25 % zum Ende des ersten Jahres, zu 50 % zum Ende des zweiten Jahres und zu 100 % zum Ende des dritten Jahres nach Abschluss der Transaktion realisiert werden. Die Umsetzungs- und
Restrukturierungskosten dürften sich auf das rund 1,5- bis 2-fache der erwarteten jährlichen Kostensynergien belaufen. Bereinigt wird die Transaktion sofort einen positiven Ergebnisbeitrag*2) für die Aktionäre der NYSE Euronext
und Deutsche Börse leisten.
Strategisch-operative Idealkonstellation
Im Bereich der Derivate ergänzen sich Eurex (Deutsche Börse AG) und Liffe (NYSE Euronext) bei den Zinsprodukten ideal, da die Eurex sich vor allem auf das „lange Ende“ der Zinskurve konzentriert, während die Liffe ihr Hauptaugenmerk
auf dem „kurzen Ende“ hat. Durch die Zusammenlegung des Derivategeschäfts beider Unternehmen entsteht ein klarer Weltmarktführer, über dessen Plattformen täglich mehr als 19 Millionen Derivatekontrakte gehandelt werden, inklusive der
täglich über 6 Millionen nordamerikanischen Optionskontrakte. Durch die Zusammenführung dieser beiden sich ergänzenden Plattformen werden den Kunden innovative Produkte und Möglichkeiten zur Kapitaleffizienz angeboten und
weltweit größerer Mehrwert und Dienstleistungen für etablierte europäische Benchmark-Produkte geschaffen. Zudem eröffnen sich aus dieser Kombination weitere Wachstumschancen im Risikomanagement und Clearing.
Durch den Zusammenschluss des Cash Trading & Listing-Geschäfts (Kassahandel und Börsennotierungen) entsteht die Börse mit der mit Abstand größten Liquidität für europäische und US-amerikanische Aktien. Der Handelsplatz für
Aktiennotierungen der New York Stock Exchange, der bereits Heimat der weltweit führenden Marken ist, wird durch die breitere globale Aufstellung des neuen Unternehmens weiter gestärkt, so dass der Status als attraktivster Börsenplatz
zur Kapitalbeschaffung für Unternehmen aus der ganzen Welt gesteigert wird. Zudem entsteht aus der Kombination von Euronext und Frankfurter Börse eine echte europaweit regulierte und transparente Börse, während gleichzeitig die
starken nationalen Bedeutungen unserer fünf Standorte gesichert werden.
Der Zusammenschluss führt die wachstumsstarken Geschäftsbereiche Market Data & Analytics, Technologie-Dienstleistungen und Indizes zusammen und schafft dadurch ein breites Portfolio aus Vor- und Nachhandelsdaten für die
unterschiedlichen Assetklassen, der weltweit bekannten STOXX Index-Familie sowie einem schnell-wachsenden Anbieter von Technologie-Dienstleistungen und Handelsinfrastruktur. Das gemeinsame Unternehmen bietet seinen Kunden eine
größere Bandbreite an Informationsprodukten, Unterstützung für Handel und Analysen sowie globale Konnektivität und Zugänge an.
Im Bereich der dem Handel nachgelagerten Leistungen (Post Trade) wird der erfolgreiche Geschäftsbereich Clearstream der Deutschen Börse mit seiner erfolgreichen und wachsenden Präsenz in Asien dank der erweiterten und globalen
Kundenbasis des neuen Unternehmens besser positioniert für künftiges Wachstum.
Das neue Unternehmen wird auch in regulatorischer Hinsicht neue Maßstäbe setzen, indem es angesichts globaler Märkte Transparenz und Standardisierung ermöglicht und gleichzeitig alle nationalen Börsen gemäß den jeweils geltenden
aufsichtsrechtlichen Bestimmungen führt sowie ihre Eigenständigkeit als Marke aufrecht erhält.
Zusammenschluss unter neu gegründeter niederländischer Holding
Im Rahmen der Transaktion werden NYSE Euronext und Deutsche Börse AG unter dem Dach einer neu gegründeten niederländischen Holding zusammengeführt, die an den Börsen in Frankfurt, New York und Paris gelistet sein soll. Auf Seiten von NYSE
Euronext erfolgt dies über eine Fusion von NYSE Euronext mit einer US-Tochter der neuen Holding, indem jede NYSE Euronext Aktien in 0,4700 Aktien der neuen Holding getauscht werden. Auf Seiten der Deutsche Börse AG wird die neue
Holding den Aktionären der Deutschen Börse AG ein öffentliches Übernahmeangebot für den Umtausch ihrer Aktien in einen gleichen Anteil neu auszugebende Aktien der Holding unterbreiten.
Endgültige Eigentümerstruktur des gemeinsamen Unternehmen
Nach Abschluss der Transaktion werden die früheren Aktionäre der Deutschen Börse einen Anteil von 60% und die früheren Aktionäre der NYSE Euronext einen Anteil von 40% an dem neuen Unternehmen halten, auf voll verwässerter Basis und unter der Voraussetzung, dass alle Aktien der Deutschen Börse umgetauscht werden.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Mehrheit der Aktionäre der NYSE Euronext sowie einer Annahmequote von 75% des Übernahmeangebotes durch die Aktionäre der Deutsche Börse AG. Außerdem müssen
die zuständigen Wettbewerbs- und Finanzbehörden, Börsenaufsichten und weitere Regulatoren in den USA und Europa zustimmen, sowie weitere marktübliche Bedingungen eingehalten werden. Ein Abschluss der Transaktion wird für Ende des
Jahres 2011 erwartet.
Berater der Deutschen Börse AG sind Deutsche Bank und J.P. Morgan Securities LLC. NYSE Euronext wird von Perella Weinberg Partners und BNP Paribas beraten. Als Rechtsberater fungieren Linklaters für die Deutsche Börse AG und Wachtell, Lipton, Rosen & Katz für die NYSE Euronext. Weitere Berater sind Credit Suisse, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Societe Generale.
*1) Kombinierter Umsatz basierend auf dem tatsächlichen Umsatz 2010 der Deutsche Börse AG (ohne sonstige betriebliche Erlöse) und der NYSE Euronext.
*2) Die Deutsche Börse bilanziert nach IFRS, während die NYSE Euronext nach US GAAP bilanziert. Das bereinigte Ergebnis basiert auf dem erwarteten gemeinsamen Gewinn, ohne das Finanzergebnis der NYSE Euronext von US GAAP nach IFRS
umzurechnen. Zudem ist das Ergebnis um einmalige Kosten der Transaktion, Amortisierungen von immateriellen Vermögenswerten und die erwarteten einmaligen Kosten zur Erzielung der Synergien bereinigt. Der bereinigte Gewinn ist keine
offizielle Kennzahl unter IFRS oder US GAAP und darf daher nicht mit ähnlichen Kennzahlen von anderen Unternehmen verglichen werden.
Quelle: ETFWorld – Deutsche Börse
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